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Architektur ((Baukunst))

Artikel #4128, »Architektur ((Baukunst))«, geschrieben von: Josef Kandl(Red.) (93 %) , Ulrich Fuchs (5 %) et al.

Amerika vor Kolumbus

Die Hochkulturern der Maya, Azteken und Inka haben in Amerika großartige Meisterleistungen der bildenden Kunst, der Tonverarbeitung und Plastik, der Skulptur der Goldschmiedearbeiten und der Architektur hervorgebracht. Beeindruckend sind auch die Überreste der Teotihuacánkultur und die Hinterlassenschaften von Olmeken, Tolteken, Mixteken, Zapoteken u. a. Charakteristisch sind die ausschließlich durch Menschenkraft errichteten steinernen Stufenpyramiden mit ihren Tempelaufbauten und den langaufsteigenden Treppen, sowie die unechten Gewölbeformen (Kraggewölbe). Die Terrassen der Mayatempel sind i. d. R. aus Geröll und Erde aufgeschüttet und mit Steinplatten verkleidet. Oft wurden ältere, zu klein gewordene Gebäude überbaut. Viele Gebäude, Paläste und Pyramiden und Tempel sind mit Skulpturen und Reliefs aus Kalkstein oder Stuck geschmückt und in ihren oberen Teilen häufig mit figuralen Steinornamenten und magischen Motiven verziert.

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Die Ankunft Christoph Kolumbus’ in Mittelamerika im Jahr 1492, die Landung Francisco Pizzaros 1532 an der peruanischen Küste und das nachfolgende Eindringen der europäischen Eroberer in Lateinamerika, markierten den Anfang vom Untergang der altamerikanischen Kulturen und indigenen Völker. Im 16. Jh. wurden die Maya von spanischen Conquistadoren auf Yucatan unterworfen und mit inquisitorischen Methoden christianisiert; der letzte Aztekenherrscher ergab sich 1521 den Spaniern in Tenochtitlán und 1572 wurde in Cuzco der letzte Inka hingerichtet.

Die architektonischen Bauten im präkolumbischen Mesoamerika sind größtenteils im Zusammenhang mit kultischen Götterverehrungen und Opferritualen entstanden. Höhepunkte sind die zapotekische Hauptstadt Monte Albán im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca; die »Straße der Toten« in der Ruinenstätte Teotihuacán mit der Mond- und Sonnenpyramide im mex. Bundesstaat México; die Maya-Städte Tikal in Guatemala, Palenque und Yaxchilán im mex. Bundesstaat Chiapas; die im Rio-Bec-Stil erbaute Maya-Stadt Calakmul in Campeche, Mexiko; Copán in Honduras; die im Puuc-Stil errichteten Pyramiden von Uxmal, die Ausgrabungsstätte Ek Balam und die Ruinenstätte mit der »El Castillo«-Pyramide in Chichén Itzá in Yucatán, Mexiko; die Tolteken-Hauptstadt Tula, Mexiko; die Nischenpyramide der Totonaken von El Tajin in Veracruz, Mexiko und die Überreste der Aztekenhauptstadt Tenochtitlán in Mexiko-Stadt.

Das Inkareich des 13.–16. Jh. erstreckte sich über Teile der heutigen, in Südamerika gelegenen Länder Ecuador, Peru, Bolivien, Chile und im westlichen Argentinien. Mittelpunkt war Cuzco im heutigen Peru. Auch hier dienten die meist schmucklosen, nach Plänen errichteten Bauten sakralen und zeremoniellen Zwecken in Verbindung mit der Verehrung von Göttern und Gottkönigen und waren gleichzeitig Demonstrationen der Macht. Inti, der Sonnengott, war die bedeutendste Gottheit. Daneben wurden mächtige Stadtanlagen, Festungen, Brücken und die bekannten, mehrere tausend Kilometer langen Inka-Straßen, sog. »Königsstraßen«, gebaut. Die i. d. R. aus unregelmäßig geschnittenen und annähernd fugenlos aneinandergefügten Granitsteinblöcken errichteten Bauwerke der Inka waren der umgebenden Landschaft angepasst und in diese harmonisch eingefügt. In den 4–6° nach innen geneigten Mauern finden sich häufig trapezförmige Nischen, Fenster- und Türöffnungen.

Architektonische Glanzpunkte der Inka sind: die Inka-Terrassen und zyklopischen, aus mächtigen Monolithen errichteten Tempelbauten in der Inka-Stadt Ollantaytambo; die Anden-Stadt Machu Picchu; die Festung Sacsayhuamán und der heilige Bezirk mit den Terrassen der Stadt Pisac – alle bei Cuzco, dem »Nabel der Erde« in Peru.

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