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Alkan, Charles-Valentin

Artikel #3924, »Alkan, Charles-Valentin«, geschrieben von: B. Brockhorst (Red.) (99 %) et al.

Abbildung: CharlesAlkan.jpg

Alkan, ca. 1860

Alkan, Charles-Valentin (eigentl.: Charles-Valentin Morhange, * 30. November 1813 in Paris; † 29. März 1888 ebenda), französischer Komponist und Pianist. Schwerpunkt seiner Kompositionen bildete die Klaviermusik; seine Werke nötigen Pianisten eine hohe Virtuosität ab. Zu Lebzeiten genoss Alkan insbesondere in den Pariser Salons durchaus Bekanntheitsgrad. Seinen Nachnamen leitete er aus dem Vornamen seines Vaters ab, dieser hieß Alkan Morhange.

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Leben

Alkan war das zweite von sechs Kindern, sein Vater leitete in Paris eine Grundschule. Im Alter von 6 Jahren wurde Charles-Valentin wegen seiner Begabung am Pariser Konservatorium aufgenommen und maßgeblich von Joseph Zimmermann unterrichtet. Sein Konzertdebüt am Klavier gab er mit 12 Jahren. Seine Ausbildung begleiteten verschiedene durch das Konservatorium vergebene Preise: 1824 im Fach Klavier, 1827 in Harmonielehre, 1834 schließlich im Fach Orgel. 1832 war er zweiter Preisträger des Prix de Rome.

Geprägt war Alkans Leben von mehreren Rückzügen ins Private, bei denen er sich konsequent jedweder Öffentlichkeit entzog, was bis heute Rätselraten darüber aufgibt, was er in dieser Zeit gemacht haben mag. Sein erster Rückzug dauerte von 1838 bis 1844. In dem zuletzt genannten Jahr bewarb er sich darum, die Nachfolge von Zimmermann als Klavierdozent am Konservatorium antreten zu können. Den Posten erhielt allerdings Antoine Marmontel. Somit zog sich Alkan ein weiteres Mal zurück und erregte erst 1855 wieder Aufsehen mit seinen ›Douze Études dans les tons mineurs‹“ (dt. ›Zwölf Etüden in den Molltonarten‹ Op. 39).

In den späteren Jahren widmete sich Alkan verstärkt Komponisten des Barock wie Johann Sebastian Bach und Jean-Philippe Rameau sowie den Wiener Klassikern Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven, Komponisten, die im Paris des mittleren 19. Jhdts. vernachlässigt worden waren. Diese Beschäftigung spiegelt sich vielfach in seinen Klavierstücken, zumal er bei seinen Kompositionen für dieses von ihm bevorzugte Instrument nicht unbedingt den Publikumsgeschmack als Maßstab aller Dinge genommen hat. Indessen sind seine experimentellen Werke weitestgehend unauffällig - in dem Punkt hat er doch sehr viel mehr Rücksicht auf das Harmoniebedürfnis der Zuhörer genommen als sein Zeitgenosse Frédéric Chopin, der verschiedentlich aus dem erwarteten Schema ausbrach.

Alkan war nie verheiratet, hatte aber einen nichtehelichen Sohn, Elie Miriam Delaborde, der ebenfalls Pianist wurde. Als Alkan starb, war er als Komponist und Pianist schon so gut wie in Vergessenheit geraten, woran seine häufigen Rückzüge ins Private nicht ganz unschuldig waren. Die Nachricht über seinen Tod nahm die Zeitschrift ›Le Ménéstrel‹ zum Anlass für die unfreundliche Bemerkung in einem Nachruf, erst durch sie (die Nachricht) sei der Öffentlichkeit bewusst geworden, dass Alkan überhaupt noch gelebt habe.

Hinsichtlich seiner Todesumstände besagt die Legende, dass Alkan von seinem Bücherregal erschlagen wurde, als er sich dort bedienen wollte und ein unsachgemäß eingestelltes schweres Buch das Regal zum Kippen brachte.

Seine wenig erhellende Biographie ergänzen eine minimalistische Anzahl an Portraits seiner Person - die im Internet auffindbaren (immer gleichlautenden) Abbildungen rekurrieren oftmals auf ein Portrait aus seinen Jugendjahren. Das hier eingebundende fotographische Werk, das ihn in einem höheren Alter zeigt, lässt an Ausgefeiltheit vermissen, indessen hat Alkan sich in seiner eigenbrötlerischen Art offenbar nicht gern fotographieren lassen. Eine weitere Aufnahme soll ihn zeigen, da steht er mit dem Rücken zum Fotographen.

Werk

Abbildung: AlkanStanding.jpg

Das Rückenfoto

  • Variations sur un thème de Steibelt (1826)
  • Les omnibus, variations (1829)
  • Les mois (1830)
  • Il était un p'tit homme, rondoletto (1830)
  • Concerto de chambre no 1 (1832)
  • Concerto de chambre no 2 (1832)
  • Rondo brillant pour piano et quatuor de cordes (1833)
  • Rondeau chromatique (1833)
  • Variations sur La tremenda ultrice spada (Bellini) (1834)
  • Variations sur Ah segnata è mia morte (Donizetti) (1834)
  • Variations quasi fantasie sur une barcarolle napolitaine (1834)
  • Trois études de bravoure (scherzi) (1837)
  • Souvenirs: Trois morceaux dans le genre pathétique (1837)
  • Trois Andantes romantiques (1837)
  • Trois improvisations (dans le style brillant) (1837)
  • Six morceaux caractéristiques (1838)
  • Trois grandes études (1838–1840)
  • Nocturne (1844)
  • Salterelle (1844)
  • Gigue et air de ballet dans le style ancien (1844)
  • Alleluia (1844)
  • Marche funèbre (1844–1846)
  • Marche triomphale (1844)
  • Le chemin de fer, étude (1844)
  • Les preux, étude de concert (1844)
  • 25 Préludes, piano ou orgue (1846)
  • Bourrée d'Auvergne, étude (1846)
  • Douze Études dans tous les tons majeurs (1847)
  • Grande sonate (1847)
  • Scherzo focoso (1847)
  • Deuxième recueil d'impromptus (1849)
  • Salut, cendre du pauvre! (1856)
  • Trois Marches quasi cavalleria (1857)
  • Trois petites fantaisies (1857)
  • Réconciliation, petit caprice (1857)
  • Douze Études dans tous les tons mineurs (1857)
  • Trois Marches pour pinao en duo (1857)
  • Deuxième recueil de chants (1857)
  • Capriccio alla soltadesca (1859)
  • Le tambour bat aux champs, esquisse (1859)
  • Super flumina Babylonis, paraphrase du psaume 137 (1859)
  • Quasi-caccia, caprice (1859)
  • Bénédictus - pour pédalier ou piano trois mains (1859)
  • ne fusée, introduction et impromptu (1859)
  • Deuxième nocturne (1859)
  • Troisième nocturne (1859)
  • Le grillon, quatrième nocturne (1860)
  • Ma chère liberté et ma chère servitude: Deux petites pièces (1860)
  • Esquisses (motifs) (1861)
  • Sonatine (1861)
  • 11 pièces dans le style religieux et une transcription du Messie d'Händel, orgue, harmonium, piano (1867)
  • Finale (saltarelle du concerto pour violoncelle arrangée pour piano) (1869)
  • Impromptu sur le choral de Luther »Un fort rampart est notre Dieu« (1869)
  • 3 prières pour orgue, pédalier, piano trois mains (1869)
  • Troisième recueil de chants (1869)
  • Toccatina (1872)
  • Quatrième recueil de chants (1872)
  • Cinquième recueil de chant (1879)
  • Rondo d'après Rossini (Le Barbier de Séville) (1883)

 

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