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Abraham

Artikel #6815, »Abraham«, geschrieben von: G. Schütte (99 %) , Josef Kandl(Red.) (0 %)

Abraham, Person des Alten Testaments, der erste der Patriarchen lebte vermutlich im 19./18. Jh. v. Chr., nach biblischer Überlieferung Stammvater der Israeliten. Im Koran wird A. als Ibrahim erwähnt, über seinen ersten Sohn Ismael wird er auch als Stammvater der Araber angesehen.

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Abbildung: Abraham-Landkarte.jpg

Abrahams Wanderungen

Die Bibel berichtet, dass Gott A. den Befehl gab, aus seinem Heimatort Ur in Chaldäa am Euphrat - im heutigen Irak - in ein noch unbekanntes Land auszuwandern. A. gehorcht und zieht mit seiner Frau und Halbschwester Sara und seinem Neffen Lot zunächst nach Harran, heute ein kleiner Ort in der südlichen Türkei, nahe der syrischen Grenze.

Von dort schickt ihn Gott nach Kanaan, dem späteren Palästina. Er verspricht dem kinderlosen A. reiche Nachkommenschaft. A. errichtet in Sichem (nahe dem heutigen Nablus) und in Bethel einen Altar, in Kanaan wendet er sich vom polytheistischen Glauben seiner Väter ab und begründet einen neuen, monotheistischen Kult, bei dem der Gott Jahwe verehrt wird.

Eine Hungersnot treibt A. nach Ägypten, wo Sara in den Harem des Pharaos aufgenommen wird, nachdem A. sie als seine Schwester ausgegeben hat. Zurück in Kanaan trennen sich A. und Lot, A. zieht weiter als Nomade umher, Lot lässt sich in der Nähe der Stadt Sodom nieder. Als Lot in die Gefangenschaft des Königs von Sodom gerät, zieht A. los und befreit ihn. Nach der Schlacht reicht ihm der Priesterkönig Melchisedek von Salem (Jerusalem) Brot und Wein, viele Christen sehen darin die Vorwegnahme des Abendmahls.

Als Gott A. mitteilt, dass er Sodom und Gomorrha wegen des sündigen Lebenswandels seiner Einwohner zerstören werde, bittet A. um Gnade. Gott will sie gewähren, wenn A. zehn Gerechte in den beiden Städten auftreiben kann. Nachdem A. dieses nicht gelingt, setzt Gott seinen Plan in die Tat um. Lot kann mit seiner Familie entkommen, als Lots Frau die Anweisung Gottes missachtet und sich zur Stadt umdreht, erstarrt sie zur Salzsäule.

Gott erneuert seine Zusage reicher Nachkommenschaft an A., schließt mit ihm als Bekräftigung einen ewigen Bund. Als Zeichen dieses Bundes sollen alle männlichen Nachkommen als Kinder beschnitten werden. Sarah glaubt nicht an Gottes Zusage und gibt A. ihre Magd, die ägyptische Sklavin Hagar, damit A. einen Nachkommen mit ihr zeugt. Im Alter von 85 Jahren wird A. zum ersten Mal Vater, der Sohn wird Ismael genannt.

Abbildung: Abraham-Engel.jpg

A. bewirtet die Engel, A. will Isaak opfern - Kirchenmosaik aus dem 6. Jh.

Drei Engel erscheinen bei A., der sie freundlich empfängt und unter einem Baum bewirtet. Sie prophezeien ihm die bevorstehende Schwangerschaft Sarahs. Als A. 100 Jahre alt ist, schenkt ihm seine Frau Sarah den zweiten Sohn Isaak.

Gott will Abrahams Gehorsam prüfen und bittet ihn um das Opfer Isaaks (nach dem Koran Ismaels). Abraham will ihm gehorchen und seinen lang ersehnten Erben opfern. In letzter Minute erklingt Gottes Stimme und erlaubt A., seinen Sohn zu verschonen. Ein Widder, der sich in in einem Dornbusch verfangen hat, wird stattdessen als Opfer akzeptiert.

Juden, Christen und vor allem Muslime sehen in diesem Verhalten die absolute Treue und Gehorsamkeit im Glauben an Gott. Das Opfer Abrahams ist Vorbild für das höchste Fest des Islams, das Opferfest am zehnten Tag des Pilgermonats, bei dem jede Familie ein Tier opfern sollte.

Nach Sarahs Tod heiratet A. Ketura, die ihm noch sechs Söhne schenkt, bevor A. im biblischen Alter von 175 Jahren stirbt. Abrahams Söhne beerdigten ihren Vater neben seiner Frau in der Höhle Machpela im späteren Hebron, das heute al-Kalil heißt und im palästinensischen Autonomiegebiet des Westjordanlandes liegt.

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